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Fürstenwalde: Wenn sich Investor und Bauunternehmen als Mannschaft begreifen...

29. Januar 2008

NCC Deutschland GmbH realisiert in Berlin erstmals ein Projekt nach dem Partnering-Konzept

Als Generalunternehmer errichtet die NCC Deutschland GmbH derzeit für den bayerischen Investor Faber Immobilien GbR an der Lüdersstraße im Südosten Berlins ein vier- und fünfgeschossiges Gebäude mit 13 Mietwohnungen und zwei Gewerbeeinheiten, dazu - im Hof - eine Zeile mit fünf Reihenhäusern. Die Bauarbeiten auf einer Baulücke in der Altstadt Köpenick sollen im Spätsommer 2008 abgeschlossen sein. Und Mit mit 2.000 m2 Wohn- und Nutzfläche wäre dies nur ein kleineres und normales Projekt unter vielen.

Wenn sich die deutsche Tochter des schwedischen Bau- und Immobilienkonzerns NCC AB in Berlin-Köpenick nicht erstmals für eine in der deutschen Baubranche noch kaum verbreitete Herangehensweise bei der Realisierung des Projekts entschieden hätte: Das Partnering, zu deutsch: das Konzept Partnerschaft. Es basiert auf dem Willen aller am Projekt beteiligten Akteure, sich als Team zu begreifen, gemeinsam effiziente Lösungen für Schwierigkeiten im Bauablauf zu finden, ehrlich und vertrauensvoll miteinander umzugehen. Für NCC, den Investor und den Architekten gilt hier das Prinzip des offenen partnerschaftlichen Umgangs miteinander, der sofortigen Thematisierung von Problemen, der laufend aktualisierten Projektberechnung unter Berücksichtigung einer weitestgehend transparenten Kalkulation.

Das Grundprinzip ist international seit längerem gang und gäbe. So haben die Skandinavier, die die deutschen NCC-Kollegen mit der Idee vertraut machten, damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. In Dänemark etwa werden bereits ein Drittel aller NCC-Projekte im Generalunternehmergeschäft auf Grundlage des Partnering durchgeführt, Tendenz steigend.

Hindernisse gemeinsam überwinden...

Gerade im traditionellen Generalunternehmerbereich können Zeit fressende Hindernisse ganz besonderer Art auftreten. Die Rede ist nicht von Lieferschwierigkeiten, plötzlichem Diskussionsbedarf mit Behörden oder einer länger anhaltenden Schlechtwetterperiode. Das alles gehört zum normalen Alltag im Baugeschäft. Oftmals liegt der ärgerliche Knackpunkt bei unerwarteten Schwierigkeiten vielmehr im gestörten kommunikativen Umgang zwischen den Vertragspartnern. Statt an einem Strang zu ziehen und die Probleme gemeinsam zu lösen, ergehen sich Investor, Architekt und Generalunternehmer in Schuldzuweisungen. Diese nervenaufreibenden Muskelspiele zwischen den Parteien binden Energien, kosten Zeit und Geld.

Genau hier setzt das von NCC in Deutschland nun erstmals praktizierte Partnering-Konzept an. Um besser gegen mögliche Blockaden gewappnet zu sein, schneller und wirksamer reagieren zu können, bilden Bauherr, Bauunternehmen, Architekten und alle anderen Beteiligten - wie im Sport - eine echte Mannschaft, und zwar von Anfang an. Im Mittelpunkt steht das Projekt, das sozügig, kostengünstig und nervenschonend wie möglich realisiert werden soll - ohne Abstriche bei der Qualität der Bauausführung.

Den personellen Führungskern im Partnering-Prozess bildet eine „Projekt-AG“, eine gemeinsame Diskussions- und Entscheidungsplattform, die sich aus den jeweils teamfähigsten Mitarbeitern aller beteiligten Akteure zusammensetzt. Auf der Basis von Ehrlichkeit, Vertrauen und Respekt werden hier sämtliche bautechnischen Details gemeinsam diskutiert und unter kaufmännischen Gesichtspunkten betrachtet. Monatlich wird das Budget auf den neuesten Stand gebracht, werden eventuelle Abweichungen einzelner Posten kontrolliert. Hier werden auch die entsprechenden Entscheidungen getroffen, sollten einzelne Maßnahmen oder ganze Planungsabschnitte geändert werden müssen.

Für Effektivität sorgen eine klare Rollenverteilung und eine straffe Steuerung der Verantwortlichkeiten. „Das Prinzip der Beschlussstufen hat sich hier gut bewährt“, sagt NCC-Geschäftsbereichleiter Ingvar Lundström: „Kann ein Problem auf einer unteren Beschlussstufe nicht gelöst werden, geht es eine höher. Nicht um Sündenböcke zu finden, sondern um angemessen auf jeden Einzelfall zu reagieren, Probleme schneller in ihrer Bedeutung zu hierarchisieren und den Lösungsgremien zuzuordnen.“

... und das Optimum herausholen

Letztlich geht es darum, für alle das Optimum aus dem gemeinsamen Projekt herauszuholen. Dennoch sollten alle Beteiligten keine utopischen Erwartungen hegen: „Wer von dem Partnering-Konzept ein Bauvorhaben ohne jegliche Probleme erhofft, wird schnell von der Realität eingeholt“, so Lundström weiter: „Probleme sind nie gänzlich zu vermeiden. Das Partnering bietet aber wirksame Instrumente, mit ihnen umzugehen und Konflikte besser zu bewältigen.“ Das hat sich in dem aktuellen Projekt in der Altstadt von Berlin-Köpenick bereits gezeigt. Die Untere Denkmalschutzbehörde bestand darauf, den historischen Baugrund ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Man fand alte Münzen, preußische Orden, eine 400 Jahre alte Glasflasche. Alles nicht eben Stücke, die darauf gewartet haben, bei Sotheby’s versteigert zu werden. Dennoch geriet der Bau durch das Einschreiten der Denkmalschützer ebenso wie durch naturschutzrechtliche Auflagen zeitlich in Verzug. NCC-Oberbauleiter Jörn-Ole Heyn berichtet, dass der Rückstand aber mittlerweile wieder wettgemacht worden sei. Nicht zuletzt, weil die nach dem Partnering-Prinzip aufgestellte „Projekt-AG“ schnell reagiert, die Ärmel hochgekrempelt und das Problem im Teamwork geschultert habe.

Wie NCC-Presseprecher Peter Jux betont, wird das Partnering im Generalunternehmerbereich zwar nicht die klassische Rollenverteilung zwischen Investor und Bauträger ablösen: „Aber für NCC wird es ein Modell für die Zukunft sein. Die Erfahrungen, die wir bisher mit unserem ersten Partnering-Projekt an der Lüdersstraße in Berlin-Köpenick gemacht haben, sind auf jeden Fall vielversprechend. Wir werden diese Richtung weiter verfolgen.“

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