Qualitätssicherung als Nonplusultra
Gerade bei der Verwendung eines so festen, aber doch sensiblen Baustoffs wie Reet müssen Qualitätssicherungsmaßnahmen penibel befolgt werden. Denn der größte Feind der mit Schilfrohr gedeckten Häuser ist die Feuchtigkeit, die es durch gewissenhafte Materialkontrollen, gute Belüftung und eine vorschriftsmäßige Bauausführung gering zu halten gilt. So muss die Dachschräge des Hauptdaches mindestens 45 Grad betragen. Die einzelnen Halme dürfen dabei höchstens um 15 Grad geringer geneigt sein. Nur so ist garantiert, dass Regenwasser gut abfließen kann und das Schilfrohr nicht durchnässt. Darüber hinaus sollte die Firstlinie des Hauses in Nord-Süd-Richtung verlaufen, damit keine Dachseite im Schatten liegt und beide Seiten nach einem Regenguss abtrocknen können.
Oberstes Augenmerk ist schließlich auf die Qualität des verwendeten Reet zu legen, denn nicht jede Schilfpflanze ist gleich widerstandsfähig. Manche Reetsorten nehmen mehr Wasser auf als andere. Auch bei der Lagerung des geernteten Schilfs ist einiges zu beachten. „Die Reetballen dürfen keineswegs feucht werden und dann gar noch wochenlang unter Plastikplanen liegen. Das kann man sofort wieder entsorgen“, weiß Nadine Mock: „Reet muss fest und trocken sein und es muss knacken, wenn man es bricht. Alles andere ist Ausschuss.“
Nicht ohne Stolz weist die Architektin Mock darauf hin, dass im Falle der von NCC errichteten Reetdachhäuser kein einziges von dem „rätselhaften Reetdachsterben“ betroffen war, das in den letzten zwei Jahren durch die Medien geisterte. Normalerweise hält ein Reetdach mindestens 30 Jahre, bei Einhaltung der Pflegerichtlinien und der alle acht bis zehn Jahre notwendigen Überarbeitung sogar 80 Jahre und länger. Beim „Reetdachsterben“ der letzten beiden Jahre verrotteten und verschimmelten vor allem im Nordosten Schleswig-Holsteins zahlreiche fast neue Dächer binnen kürzester Zeit. Die Mär vom geheimnisvollen osteuropäischen „Killer-Pilz“ machte die Runde. Tatsächlich bewies eine von Kieler Forschern durchgeführte unabhängige Studie inzwischen, dass es einen solchen „Killer-Pilz“ nicht gibt und das „Dachsterben“ auch gar keine großen Rätsel aufgibt: Es beruht vor allem auf minderwertigem Material und schlechter Bauausführung. Und so verwundert es nicht, dass die Frage nach der Angst vor der vorzeitigen Alterung neu errichteter Reetdächer bei NCC mit einem klaren „Nein“ beantwortet wird. Denn, so Mock, „Qualitätssicherung ist bei uns das Nonplusultra“.
„Bauen unter einem guten Stern“, heißt das Motto von NCC. Es steht für Innovation und ein kooperatives Miteinander, es steht für maßgeschneiderte, qualitativ hochwertige und bezahlbare Leistungen aus einer Hand – auch beim Bau von Reetdachhäusern.
Momentan realisiert NCC neun Reetdachprojekte entlang der Ostseeküste und in Brandenburg, darunter das Projekt „Am Focker Strom“ mit 21 Reetdachhäusern in der Gemeinde Ummanz und die Reetdachhaus-Ferienanlage „Kliff Königshörn“ in Glowe auf Rügen, 14 Reetdachhäuser direkt an der Lübecker Bucht in Neustadt-Pelzerhaken und das Reethaus-Dorf in Wendisch Rietz am Brandenburger Scharmützelsee südöstlich von Berlin.