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Sind die deutschen Immobilienmärkte transparent?

Immobilien & Finanzierung - Der langfristige Kredit, Ausgabe 18, 15.09.2010

Sind die deutschen Immobilienmärkte transparent? Zu dieser Frage nimmt Nils Olov Boback, Geschäftsführer der NCC Deutschland GmbH, in einem Gastbeitrag für die am 15.Sptember erschienene Ausgabe der Zeitschrift Immobilien & Finanzierung Stellung. Der Anlass: Deutschland wird beim aktuellen Transparenzranking von Jones Lang Lasalle erstmals als „sehr transparenter“ Gewerbeimmobilienmarkt eingestuft. Boback nennt dieses Ergebnis zwar „erfreulich“, kritisiert jedoch gleichzeitig, dass in Deutschland in dieser Hinsicht noch deutlich mehr Transparenz „nicht nur wünschenswert und dringend erforderlich, sondern auch vergleichsweise leicht zu realisieren“ ist. Auch sei, so Boback, die Platzierung Deutschlands unter den Top-Ten in dem Transparenzranking nur sehr bedingt ein Verdienst des Gesetzgebers und des offiziellen statistischen Datenangebots: „Insgesamt dürften wohl eher die privaten Immobilienunternehmen für das bessere Ergebnis verantwortlich sein.“ Immerhin stellen diese zusehends mehr Daten zur Verfügung. Die amtliche Statistik dagegen, die über eine entsprechende Datenerhebung und -auswertung zu mehr Transparenz auf den Märkten beitragen könnte, ist, so Boback weiter, „aus unserer Sicht in Deutschland viel zu langsam und stellt Daten auch nur lückenhaft bereit.“ Über Teilmärkte wie den Büromarkt sei etwa in Deutschland nicht einmal bekannt, wie groß der Flächenbestand ist, die vorliegenden Marktdaten seien allenfalls grobe Schätzungen von Maklerhäusern oder Beratungsunternehmen.

Dabei, schreibt Boback, „sollten die fundamentalen immobilienwirtschaftlichen Marktdaten – amtlich genau – im Sinne einer markttauglichen Transparenz mindestens quartalsweise aktualisiert vorliegen.“ Der Bedarf an überregionalen Analysen und an einem Gesamtüberblick über den Immobilienmarkt steige in Deutschland jedenfalls von Jahr zu Jahr: „Die relevanten Stellen, die für die amtliche Datenerhebung und -auswertung verantwortlich sind, müssen schneller werden und ihre Lücken schließen – oder die vorhandenen Daten zumindest Privaten zur Verfügung stellen, wenn sich die Geschwindigkeit auf amtlicher Seite nicht erhöhen lässt.“ Boback verweist in diesem Zusammenhang auf den schwedischen Wohnungsmarkt, wo gesetzliche Bestimmungen dazu geführt haben, dass die Daten jedes Wohnimmobilienkaufs veröffentlicht werden. Alle Verkäufe sind in Schweden ohne nennenswerte Verzögerung in Online-Datenbanken abrufbar, Internetportale werten die Daten fast tagesaktuell aus. Boback gibt sich, was die weitere Entwicklung in Deutschland angeht, jedoch keinen Illusionen hin. Schließlich werden in Schweden nicht nur die Namen von Käufer und Verkäufer, sondern selbst die kleinsten Details des Deals werden publik gemacht werden, etwa ob ein Haus mit Auf- oder Abschlag gegenüber dem ursprünglichen Angebot verkauft wurde, wer die Transaktion vermittelt hat, wie lange das Haus zum Verkauf stand. Ganz klar: „Mit dem deutschen Datenschutzverständnis ist dies nicht vereinbar.“ Dessen ungeachtet: Bobacks Forderung nach einer größeren Transparenz und einer zeitnahen Abbildung des deutschen Gesamtmarktes tut dies keinen Abbruch.

Ansprechpartner

Katja   Kargert
Kommunikation

Tel.: 03361 - 670 - 407
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Am Nordstern 1
15517 Fürstenwalde

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