Die Wohnungsnot und die dadurch dringend notwendige Ankurbelung des Wohnungsneubaus gehören seit geraumer Zeit zu den stadtweit diskutierten Dauerbrennern in Hamburg. Abhilfe schaffen sollen nach aktuellen Plänen des Senats 6000 jährlich neu errichtete Wohnungen („Bündnis für das Wohnen“). Nach Ansicht von Immobilienfachleuten ist indes auch das noch viel zu wenig. Nicht 6000, sondern 12.000 neue Wohnungen pro Jahr sind nötig. So lautete zumindest ein Fazit der Expertenrunde zum Thema „Quo vadis Hamburger Wohnimmobilienmarkt“ vom 30. September, über die das „Hamburger Abendblatt“ am Tag darauf berichtete.
Andererseits: So unerfreulich die Situation für Hamburger Wohnungssuchende mit geringem Budget momentan ist („Bei der Wohnungssuche wurde sogar die Trinkfestigkeit getestet“), so sicher scheint das Geschäft für Investitionen auf dem städtischen Wohnimmobilienmarkt zu sein. „Wir beobachten, dass institutionelle Investoren aus der Deckung kommen und ihr Geld verstärkt direkt in Immobilien in Hamburg anlegen“, zitiert das „Hamburger Abendblatt“ in diesem Zusammenhang Norbert Schumacher, der als Regionalleiter Hamburg der NCC Deutschland GmbH an der Expertenrunde teilgenommen hat. Auch Versicherungen würden sich zunehmend für den Wohnungsbau interessieren, verspreche der doch stabile bis steigende Einnahmen: „Die Unternehmen müssen das Geld ihrer Kunden langfristig anlegen. Sichere Staatsanleihen bringen dagegen nur noch geringe Renditen.“
Wie das „Hamburger Abendblatt“ notiert, realisiert NCC in der Hansestadt dann auch gegenwärtig nicht nur große Doppel- und Reihenhaus-Projekte für Eigennutzer wie die Bauvorhaben „Haferblöcken“ in Öjendorf und „Parkkante Allermöhe“. In Hamburg-Eidelstedt treibt das Unternehmen zudem den Bau einer Wohnanlage mit 75 Mietwohnungen für einen institutionellen Investor voran.
Bei aller regen Bautätigkeit bleibt ein Problem allerdings zunächst ungelöst – die Mieten der neu errichteten Wohnungen. „Für viele sind sie unbezahlbar“, schreibt das „Hamburger Abendblatt“. Die Gründe hierfür liegen jedoch auf der Hand, so NCC-Regionalleiter Norbert Schumacher: „Die Baulandpreise sind jetzt so hoch, dass frei finanzierter Wohnungsbau zu einer angemessenen Kostenmiete fast unmöglich geworden ist.“ Für bezahlbaren Wohnraum sei daher eine Förderung unerlässlich, denn die Mieten werden weiter steigen. Ein möglicher Ausweg: Man könnte, wie Schumacher im „Hamburger Abendblatt“ anregt, Fördermittel der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt auf bestimmte Stadtteile zu konzentrieren, in denen keine hohen Mieten bezahlt werden können.