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Die Mieten steigen so schnell wie seit Jahren nicht mehr

Der Immobilienbrief Berlin, 20.06.2011

Im „Immobilienbrief Berlin“ vom 20. Juni kommentiert Chefredakteurin Karin Krentz den Berliner Mietspiegel 2011 – verbunden mit einer deutlichen Kritik am Berliner Senat im Allgemeinen und an Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer im Besonderen.

Die Mieten in der Hauptstadt, das zeigt der aktuelle Mietspiegel, sind innerhalb kurzer Zeit drastisch gestiegen: „Insgesamt steigen die Mittelwerte der Mieten im Vergleich zum Mietspiegel 2009 um knapp 7,9 Prozent, das ergibt eine durchschnittliche jährliche Entwicklung von 4 Prozent, so schnell wie seit zehn Jahren nicht mehr.“

Für Senatorin Junge-Reyer ist das ein „Nachholeffekt“, der sich auch mit dem demographischen Wandel und auch dem verstärkten Zuzug nach Berlin erklären lasse. Mehr noch: „Es gibt keine Wohnungsnot in ganz Berlin“, schließlich existiere auch kein signifikant großer Bestand an leer stehenden Wohnungen, zitiert Karin Krentz die Senatorin. Krentz’ Stellungnahme zu diesem Problem ist eindeutig: „Die Senatorin verkennt: Es sind genau die falschen 100.000 Wohnungen, die leer stehen, nämlich die, die keiner haben will.“ Dass Junge-Reyer „fatalerweise auf eine Initiative des Landes Berlin im Bundesrat zur Vermeidung von überhöhten Mietpreisen im Zuge der Energieeinsparverordnung“ setze, mache die Sache noch heikler.

Krentz mahnt an, dass der Senat einen ganz anderen Weg gehen und seine Liegenschaftspolitik ändern müsste, damit der Wohnungsneubau in der Hauptstadt angekurbelt wird. Projektentwickler und Bauträger wie die NCC Deutschland GmbH stehen, so Krentz, „bereits in den Startlöchern“. Um den Mietanstieg zu bremsen, hält demnach NCC zum Beispiel „jährlich etwa 3000 bis 4000 neue Wohnungen“ für erforderlich: „Die so günstig gebauten Wohnungen – NCC kann sich eine Kostenmiete ab 7 Euro/Quadratmeter vorstellen – sollten die großen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften in ihr Portfolio integrieren und verwalten.“

Krentz ist allerdings mehr als skeptisch, dass Junge-Reyer von ihrer Strategie der „staatlichen Eingriffe in den Markt“ abrücken wird, um den Mietpreisauftrieb zu stoppen: „Auf diesem Ohr ist der Senat taub, eine neue Liegenschaftspolitik in weiter Ferne.“

zum Artikel " Die Mieten steigen so schnell wie seit Jahren nicht mehr"
Der Immobilienbrief Berlin, Nr. 43, 20.06.2011

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Katja   Kargert
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Am Nordstern 1
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